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Burnout Symptome bei Frauen: Das Rushing-Women-Syndrom

Rushing-Women-Syndrom: Erschöpfung, innere Unruhe, Anspannung und Ängstlichkeit als Vorboten eines Burnouts
Super Mom Konzept: Mental Load (iStock)

Die australische Wissenschaftlerin Dr. Libby Weaver hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sich chronischer Dauerstress auf Körper und Psyche von Frauen auswirkt. Dabei hat sie den Begriff "Rushing Women Syndrom" geprägt, was so viel bedeutet, wie "ständig gehetzte Frauen Syndrom".

Vorboten eines Burnouts sind meist Erschöpfung, Unruhe, Anspannung oder Ängstlichkeit.

Langandauernder Stress hat Auswirkungen auf Organe, Stoffwechsel, Verdauung, Nervensystem und Hormonhaushalt. Als Folgen können unter anderem Übergewicht und Fruchtbarkeitsstörungen auftreten. Anfällig für Burnout sind Menschen, die sehr pflichtbewusst sind und hohe Ansprüche an sich selbst stellen.

 

 

 

 

 

 

 

Burnout-Ursachen bei Frauen

Wenn ÄrztInnen oder PsychotherapeutInnen von einer Burnout Diagnose sprechen, dann meinen sie in erster Linie Beschwerden, die durch arbeits/berufsbezogenen Stress entstehen. Doch die Anzeichen eines Burnouts lassen sich auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Die Entstehung eines Burnouts kann auch als Folge chronischen Stresses durch Kindererziehung, Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben oder Pflege von Angehörigen begünstigt werden.

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) leiden 5,2% der Frauen und 3,3% der Männer in Deutschland unter einem Burnout.

Warum Frauen häufiger einen Burnout erleiden, liegt zum größten Teil daran, dass noch immer die klassische Rollenverteilung in deutschen Haushalten gelebt wird. Frauen sind für Kinder und Haushalt zuständig, bei gleichzeitiger beruflicher Belastung. 

Folgen sind ständiger Leistungsdruck, chronischer Stress und Überforderung. Zugleich haben viele Frauen den Anspruch, alles zu schaffen und perfekt machen zu müssen. Dieses gesellschaftlich tradierte Rollenbild der Frau, es allen recht zu machen und stets freundlich zu sein, erscheint kaum erfüllbar.

 

Zahlen und Fakten

Eine Studie aus dem Jahr 2021 der Techniker Krankenkasse zum Thema Stress fand heraus, dass sich Frauen insgesamt gestresster fühlen als Männer. Fast jede dritte Frau gab an, unter enormen Stress zu stehen. Bei den Männern dagegen war es nur jeder Fünfte.

Im Jahr 2019 zählte die AOK bei Frauen mit Burnout-Diagnosen 168,9 Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) je 1.000 Mitglieder. Auf Männer entfielen durchschnittlich 98,7 Tage je 1.000 Mitglieder.

Bezüglich der Arbeitsunfähigkeitsfälle zählte die AOK im Jahr 2020 durchschnittlich 5,5 Fälle je 1.000 Mitglieder aufgrund einer Burnout-Diagnose.

Damit erhöhte sich die Diagnosehäufigkeit im letzten Jahrzehnt deutlich.

Auch das Krankheitsvolumen in dieser Diagnosegruppe hat sich erhöht: Im Jahr 2005 registrierte die AOK durchschnittlich 13,9 Krankheitstage je 1.000 Mitglieder. Im Jahr 2020 wurden durchschnittlich 131,7 Krankheitstage je 1.000 Mitglieder ermittelt.

Hochgerechnet auf alle gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten ergaben sich daraus für 2020 durchschnittlich 180.000 Burnout-Betroffene mit kulminierten 4,5 Mio. Krankheitstagen.

 

Burnout-Prävention

  • Feierabend: Einfach mal abschalten

Du hast Feierabend, aber trotzdem geistern immer noch Gedanken an die Arbeit durch den Kopf. Du versucht dich irgendwie abzulenken und diese Gedanken loszuwerden. Und je mehr du dich ablenkst, desto mehr rücken sie in deinen Fokus.

Die sogenannte kognitive Defusion, eine wirksame psychologische Methode, hilft dir Abstand zu deinen Gedanken zu gewinnen. Dabei distanzierst du dich von den Gedanken, indem du sie einfach beobachtest. Auf diese Weise hast du die Möglichkeit, sie nicht mehr so ernst zu nehmen. 

Du setzt einfach den Zusatz "Ich habe den Gedanken, dass..." vor deinen eigentlichen Gedanken.

Also: "Ich habe den Gedanken, dass ich morgen eine Präsentation vorbereiten muss".

Durch diese einfache Technik wird dir klar, dass du es nicht jetzt in diesem Augenblick machen musst. Es ist nur ein Gedanke.

  • Entspannung

Eine einfache und effektive Entspannungsübung ist eine Atementspannung. Während des Alltags kannst du immer mal wieder diese kleine Übung durchführen. Versuche für einige Atemzüge, die Ausatmung länger als die Einatmung werden zu lassen. Zähle dafür still im Sekundentakt Ein-und Ausatmungszüge. Wähle dafür den Rhythmus 2-4-2-4. 

2 Sekunden einatmen, 4 Sekunden ausatmen usw. Durch die längere Ausatmung aktivierst du den Parasympathikus, den "Ruhe-Nerv" des Körpers.

  • Mastery Erlebnisse

Erinnere dich an Momente, Erlebnisse, in denen du dich als kompetent, erfolgreich und selbstwirksam wahrgenommen hast. Das können kleine Aufgaben oder Aktivitäten sein wie z.B. die erste Stunde eines Sprachkurses, eines Tanzkurses, oder einfach nur ein selbst gekochtes gelungenes Essen...

  • Selbstbestimmung

Hast du das Gefühl, nur für andere zu arbeiten? Und du selbst bleibst dabei auf der Strecke?

Merkst du, dass sich langsam Erschöpfung einschleicht?

Möchtest du wieder mehr Selbstbestimmung erleben?

Dann suche deine ursprüngliche Motivation!

Finde dein "Warum" für dein Tun wieder und erkenne die Sinnhaftigkeit deiner Arbeit und deines Lebens !

  • Werte

Werte können dir helfen, Sinnhaftigkeit zu erkennen!

Warum gehst du morgens zur Arbeit, obwohl es nicht dein Traumjob ist? Warum ist dir das wichtig?

 

Verbundenheit: Kann es sein, dass du dich mit den KollegInnen verbunden fühlst?

 

Selbstfürsorge: Brauchst du einfach das Geld, um gut für dich und deine Familie zu sorgen?

 

Gesellschaftliche Verantwortung: Du möchtest nicht auf der faulen Haut liegen und zeigst lieber Verantwortung?

 

Häufige Werte sind auch Liebe, Kreativität, Engagement...

Welche Werte stecken hinter deiner Motivation zu arbeiten?